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Forstwirtschaft
Am Ende des 18. Jhd. waren die Wälder des heutigen Naturparks zugrundegerichtet. Viel Flächen waren gerodet, um ständig neue Felder anzulegen. Regellos wurde Holz für Teerschwelerein, Glashütten und zur Bauholzgewinnung geschlagen. Der verbleibende Wald überalterte, weil er als Weide genutzt wurde und Schweine und Rinder die jungen Bäumchen verbissen. Nachhaltige Landnutzung war parktisch unbekannt. Auf den übernutzten Böden hatte sich großflächig die Heide ausgebreitet. Um der Holznot zu begegnen, entstand die geregelte Forstwirtschaft. Die Klosterverwaltung Dobbertin errichtete 1760 den ersten Forsthof in Schwinz. Großflächig wurden Kiefernforste angelegt, so wie wir sie heute kennen. Einige Kiefern im Naturschutzgebiet Jellen stammen noch aus dieser Zeit. Die damaligen Aufforstungen waren eine kulturhistorisch großartige Leistung des sich entwickelnden Forstwesens und der Waldbesitzer. Allerdings sind die Kiefernmonokulturen anfällig gegen Stürme und Insektenbefall. Deshalb wird heute eine naturnahe Forstwirtschaft angestrebt, um stabilere Mischwälder vorrangig Eiche und Buche aufzubauen. Wer Ruhe und Erholung sucht, wird diese arten - und abwechslungsreichen Wälder auch als besonders attraktiv und schön erleben. Die nachhaltige Nutzung des Waldes bleibt auch künftig eine wichtige wirtschaftliche Größe in der strukturschwachen Region des Naturparks.

Landwirtschaft
Die Landwirtschaft übt einen entscheidenden Einfluss auf unsere Landschaft aus. Schon die für Mecklenburg typische Gutswirtschaft schuf weite Felder und Wiesen. Diese Großflächenwirtschaft wurde nach dem zweiten Weltkrieg weiter vorangetrieben. Die Landwirtschaftsbetriebe im Naturpark bauen hauptsächlich Getreide, Raps und Mais an. Etwa 30% der landwirtschaftlichen Fläche sind Grünland, Mutterkuhhaltung und Rindermast bilden den Schwerpunkt der Tierhaltung. Daneben exstieren aber auch Milchproduktion und Schafhaltung. Die Mutterkuh- und Schafherden können auch sehr gut der Landschaftspflege dienen, indem sie durch Weidegang den Reichtum seltener Pflanzen- und Tierarten des Grünlandes erhalten. So finden Sie größere Rinderherden z.B. in den Feuchtgebieten der Dobbiner Plage bei Dobbertin, auf den Moorwiesen bei Karow oder im Bereich der oberen Nebelseen. Schafe weiden am Drewitzer See und manchmal auch in den Wacholderbeständen bei Wooster Teerofen.

Fischerei
Auf den Seen des Naturparks hat die Fischerei eine lange Tradition. Nicht ohne Grund liegen die Klöster Dobbertin und Malchow sowie viele Orte direkt am Wasser. Früher ernährte jeder größere See wenigstens einen Fischer und seine Familie. Heute bewirtschaften Fischereibetriebe 36 der 60 Seen. Das entspricht 95% der Seenfläche des Naturparks. Die wichtigsten Nutzfische sind Maränen, Karpfen, Aale, Hechte, Zander und Barsche. Gefischt wird in erster Linie mit Reusen und Zugnetzen. Die Fischer vermarkten ihre Fänge entweder frisch nach dem Anlanden oder bieten sie, bereits veredelt, Hotels und Restaurants an. Während Ihres Aufenthaltes im Naturpatk sollten Sie es nicht versäumen, sich ein traditionelles Fischgericht zu gönnen.

Wenn Sie Ihren eigenen Fang in der Pfanne vorziehen, wenden Sie sich bitte an die Fischereibetriebe oder die ortsansässigen Angelvereine!

Einige Fischereibetriebe bieten auch die Möglichkeit Fischerei hatnah zu erleben. Interssenten können so beispielsweise erleben, wie eine Reuse geleert wird.

Naturtourismus
Die weiten Wälder, die zahlreichen Seen und ruhigen Dörfer bieten ein hervorragendes Umfeld, sich zu erholen und zu entspannen. Neben dem Wandern bieten sich Rad fahren, Angeln, Baden und Schwimmen, Pilze suchen und Reiten an.,An einigen Stellen sind auch Fahrten mit dem Kanu möglich und zwischen Damerow und Borkow können Sie mit einer Draisine den Naturpark erkunden. Einwohner und Gäste können so die Natur unmittelbar erleben und sich mit den Besonderheiten der Landschaft und ihrer Dörfer vertraut machen.

In den Naturschutzgebieten (NSG) gelten einige Einschränkungen. Hier hat eben die Natur den Vorrang. Trotzdem sind die meisten NSG für die Besucher zugänglich, solange sie auf den ausgeschilderten Wegen bleiben. Um besondere Naturerlebnisse zu ermöglichen, wurden Aussichtstürme in drei NSG errichtet. Von dort haben Sie herrliche Blicke über verlandende Torfstiche, weite Seen und Moore, können vielleicht den Ruf der Rohrdommel hören und einen Seeadler oder Eisvogel beobachten, ohne ihn zu stören. Ein besonderes Erlebnis ist auch die Beobachtung der Brunft der Rothirsche im September. Ob Hotel, Pension, Ferienwohnung oder Campingüplatz für jeden Gast findet sich hier die passende Unterkunft.

Leben in den Dörfern
Landschaft und Dörfer bilden eine Einheit. Beide wurden von vielen Generationen geprägt. Etliche Dörfer des Naturparks gehörten über mehrere Jahrhunderte zu den Klöstern Dobbertin und Malchow. Sie mussten an die Klöster Abgaben und Steuern entrichten und verschiedene Hand- und Spanndienste leisten. Die meisten Orte erinnern aber auch heute noch eher an die Zeiten der Gutsherrschaft. Landschaftlich schön gelegen, verfügen viele der Guts- und Herrenhäuser über eigene Parkanlagen. Die Gebäude sind prunkvoll und werden von den Einheimischen deshalb auch "Schloss" genannt. Interssante Bauten finden Sie beispielsweise in Neu- und Alt Sammit, Karow, Blücherhof, Alt Schwerin, Neu- und Alt Gaarz. In einigen Orten sind auch die zum Gut gehörenden Wirtschaftsgebäude in der Nähe des "Schlosses" noch vorhanden und mehr oder minder gut erhalten. An den Straßen dieser Gutsdörfer reihen sich die aus rotem Backstein oder Feldstein erbauten, niedrigen Gebäude der ehemaligen Tagelöhner und Landarbeiter aneinander. Beispiele dafür sind in Linstow und Sparow zu finden. Siedlungen wie Glave, Bornkrug, Drewitz, Malkwitz oder Wooster Teerofen konnten ihren dörflichen Charakter bewahren. Sie wirken auf den Besucher ein wenig verträumt und liegen zudem weitab der größeren Straßen. Heute sind die Besucher des Naturparks dankbar, dass diese oft idyllischen Dörfer ohne große Veränderungenm in der Dorfgestaltung erhalten geblieben sind und sich zumeist harmonisch in das Landschaftsbild einfügen.

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